Uraufführung
von Ulrich Kaufmann
eine Produktion des klagenfurter ensemble
Premiere: 9. Dezember 2026 – 20 Uhr
weitere Vorstellungen: 11.,12., 16., 17., 18., 19. Dezember – 20 Uhr
Spielort: theaterHALLE11, Messeplatz 1 / 11, Klagenfurt
Kartenreservierung: 0463 310 300 / ke@klagenfurterensemble.at

Maximilian Achatz in ODO (c) Kaufmann
Nach der Finissage seiner großen Retrospektive beginnt der bildende Künstler „Odo“ eigenhändig seine umfangreiche Kunstinstallation abzubauen und braucht dafür ein Jahr. Ein Jahr, in dem er alleine und ohne auf einen anderen Menschen zu treffen im Museum lebt und am Abbau arbeitet. Begleitet wird er dabei nur von den Klängen übender Musikschülerinnen eines irgendwo im Haus untergebrachten Musikschulzimmers. Ein existenzialistisches Monodrama über Inspiration, Reflexion, Einsamkeit und Halluzination. Erfolg, Zweifel, Verletzung, Rausch, Ruhe und der unbändige Lebenswille eines alternden Künstlers, der sich beim Abbau seines Kunstwerkes näher kommt, als es ihm vielleicht recht ist.
Das Theater wird zum Museum. Odo steht mit seiner großen Retrospektive am Zenit seines künstlerischen Schaffens. Nach der überbordenden Rede einer Kunsthistorikerin werden die Gäste zum Verlassen der Museumsräume aufgerufen und nehmen Platz im Zuschauerraum. Die Anerkennung ist groß, doch schließen sich die Türen nach der Finissage, ist er alleine mit sich und seiner Arbeit. In unterschiedlichen emotionalen Zuständen beginnt er diese Arbeit abzubauen und es vergehen Tag um Tag, in denen er in absoluter Einsamkeit sein Lebenswerk abbaut. Als er sein Abbild in Form eines übergroßen Pappmachékopfes bearbeitet, ist er verwundert, dass dieser vollkommen hohl ist. Immer mehr gleitet er in Welten ab, die, ausgelöst durch Einzelstücke seiner Arbeit, Auslöser für Prozesse sind, die ihn in Bewegungen und Abläufe bringen. Bis er sich selbst bei dieser Arbeit begegnet. Bis zu Weihnachten ein Wolf vor der Türe steht. Bis ihn die Musik zum Tanzen bringt. Bis er im Sternenhimmel seinen Vater zu erkennen glaubt, und bis er ein Buch findet und beginnt, die Beispielsätze für Französischvokabeln auswendig zu lernen und bald Inhalt auf Umstand trifft. Geräusche, die vom Außen ins Innere dringen, schaffen Vorstellungen von den Umständen im Außen und als es heftig an der Türe klopft, öffnet er nicht. Irgendwann wird er sich fertig fühlen und aus dem Haus hinaustreten und sich in die Bewegungen der Außenwelt eingliedern, noch aber ist es nicht so weit. Die im Museum untergebrachte Musikschule liefert den Soundtrack zu seinem poetischen Selbsterfahrungstrip, der Abbauhilfe durch eine rote Vespa, einem fragwürdigen abgeschlossenen Raum und das Aufessen seiner Kunst, inklusive.
Mit:
MAXIMILIAN ACHATZ
Idee, Regie, Text, Video: ULRICH KAUFMANN
Kostüm & Objekte: MARKUS KUSCHER
Video, grafische Bildbearbeitung, Bühnenbilder: SIGRID FRIEDMANN
Tondesign und Videotechnik: KONRAD ÜBERBACHER
Lichtdesign: BERND ZADOW
Videoaufnahmen für Zuspielungen: ca. 4 Darsteller*innen
Tonaufnahmen für Zuspielungen: 3 bis 4 Musiker*innen
Büro & Tickets: FRANZ DOLINER
Produktionsleitung: SUSANNA BUCHACHER