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OWE DEN BOCH II

Uraufführung

Ein Auftragswerk des klagenfurter ensemble
Text: Antonio Fian

Premiere: 11. März 2026 – 20h
weitere Vorstellungen: 13., 14., 18., 19., 20., 21., 25., 26., 27., 28. März 2026, jeweils 20h
Spielort: theaterHALLE11, Messeplatz 1 / 11, Klagenfurt
Kartenreservierung: 0463 310 300 / ke@klagenfurterensemble.at
Kartenpreise: 25 Euro (regulär) / 20 Euro (ermäßigt)

Markus Achatz, Markus Schöttl – (c) Günter Jagoutz

Die beiden verlorenen Kinder sind zurück auf ihrer Bank am Steg des Strandbades.

In OWE DEN BOCH sahen wir den beiden Protagonisten, Er1 und Er 2 – von einem erfahren wir den Namen, Immanuel heißt er, der andere bleibt weiterhin namenlos – bei ihrem „coming of age“ zu.

Der Handlungszeitraum erstreckte sich über zwölf Jahre, von 2004 bis 2016. Die beiden Protagonisten begannen die Geschichte ihrer Jugend als hoffnungsfrohe Beachvolleyballer und beschlossen diese als Übriggebliebene, Vergessene, als ernüchterte Stellvertreter einer untergewichtigen Mehrheit. Als Kärntner Rosenkranz und Güldenstern durchlebten sie gewissermaßen „Warten auf Godot“ am Wörthersee, wurden zu plastisch-komischen und seelenvollen Loosern und reflektierten unbewusst und auf patschert-komische Art die manische Kärntner Großmannssucht und den darauf folgenden depressiven Katzenjammer.

Nun hat Antonio Fian für das klagenfurter ensemble mit OWE DEN BOCH II eine Fortsetzung geschrieben. Sie setzt ein, wo der erste Teil endet:

Mit unseren Kärntner „Helden“ durchleben wir die letzten acht Jahre bis in die Gegenwart und erfahren, wie sich Covid, Ukraine Krieg, Trump, Putin, wirtschaftliche Talfahrt und das Erstarken rechter Ideologien auf das Leben im Kleinen auswirken.

Dieses Leben im Kleinen ist nicht weniger als der gesamte Kosmos ihres Lebens: Zwischen Beruf, Familie, Kinder, Freund- und Liebschaften immer noch und beständig auf der Suche nach der eigenen Identität, dem eigenen Ich, blicken die beiden vom Steg des Klagenfurter Strandbades auf den Wörthersee hinaus, die Bank, auf der sie sitzen, und  der leere Steg mit Blick auf den still daliegenden See geraten zur Miniaturbühne, wo vor dem Prospekt der großen Themen Lust und Leid  die Kärntner Seele verhandelt werden.

Antonio Fian ist ein Psychogramm zweier „verlassener Kinder“ gelungen, das mit seiner verknappten Sprache die Sprachlosigkeit seiner Charaktere offenlegt.
Um der Dramolettensammlung, der zwar eine sowohl inhaltliche als auch kalendarische Chronologie innewohnt, die aber trotzdem aus abgeschlossenen kleinen Vignetten (eben den Dramoletten) besteht, einen Zusammenhalt bzw. einen „Gesamtstückcharakter“ zu geben, wird eine dritte Figur eingeführt, möglicherweise ein dem See entstiegenes Wörtherseemanderl oder –weiberl, das in vielerlei Gestalt, als Imbissbudenverkäuferin, Taucherin oder Wasserleiche  im wahrsten Sinne des Wortes auftaucht, und mit von Primus Sitter neu arrangiertem Kärntner Liedgut die einzelnen Szenen atmosphärisch verbindet und verdichtet.

In den Dramoletten von Antonio Fian begegnet uns ein Requiem auf ein Land und seine Leute, das von einer scheinbar typischen Kärntner Melancholie erzählt, die in Wahrheit nichts anderes als ein permanentes Lavieren am Rande von Lust und Leid ist, quasi ein „Kärntner-Borderline-Syndrom“. Der Autor erhebt sich dabei nie über seine Protagonisten, haucht ihnen durch seine genaue, schonungslose und gerade deshalb liebevolle Beobachtung eine geradezu beklemmende Lebendig- und Wahrhaftigkeit ein, ohne auf den typisch Fian’schen Humor zu verzichten. Stets scheinen sie Ahnung von der Ungerechtigkeit zu haben, in der sie leben, auch vom Grund ihres Unglücks, scheitern aber an einer Benennung, die notwendig wäre, um sich aus ihrer Lebensmisere und aus den Fängen ihrer Verwirrungen zu befreien. Bei allen Versprechungen und Verlockungen bleiben sie am Ende des Tages doch wieder nur – VALOSN!

Mit:
Nadine Zeintl, Markus Achatz, Markus Schöttl

Musik:
Primus Sitter

Regie & Bühne: Rüdiger Hentzschel

Licht- und Tondesign: Bernd Zadow, Konrad Überbacher, Martin Mak
Regieassistenz & Ausstattung: Kerstin Haslauer
Bünhnenbau: Technikteam ke
Szenenfotos: Günter Jagoutz
Grafikdesign: Hans Gerhard Kalian
Büro und Tickets: Franz Doliner
Produktionsleitung: Susanna Buchacher

Kritik Kleine Zeitung – Karin Waldner-Petutschnig
Kritik der Standard – Michael Cerha

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