FLUCHTPUNKT KÄRNTEN – Filmvorstellung

Pulverfass Balkan
Jasenovac und die Tragödie von Bleiburg und Viktring

Zur konkreten Vergangenheit Kärntner Zeitgeschichte

10. Mai 2018  Einlass: 18 Uhr; Beginn 19.00 Uhr

Ein Film von Ferdinand Macek
Regie, Redaktion und Recherchen: Ferdinand Macek
Sprecher: Peter Matič
Dauer: 50 Minuten

Die Präsentation findet unter dem Ehrenschutz und in Anwesenheit des Landeshauptmannes von Kärnten, Dr. Peter Kaiser, statt.

©Privatarchiv Florian Rulitz/Mitja Ferenc

Fluchtpunkt Kärnten behandelt die Tragödie von Bleiburg und Viktring nicht isoliert, sondern auch die Vorgeschichte: Wie kam es überhaupt dazu, mit all den Folgen und den Auswüchsen unter dem Pavelic-System im faschistischen Ustascha Staat? Thematisiert werden der Rückzug der Deutschen Besatzungsmacht, die Flucht der faschistischen Ustascha-Kroaten nach Bleiburg und Viktring vor der vorrückenden Tito-Armee, die Rückführung der Flüchtlinge in das Tito-Jugoslawien durch die Englische Besatzungsmacht und die Gründe dafür, sowie die Vernichtung der Flüchtlinge durch die Jugoslawische Armee.

Die Kroatische Ustascha-Armee floh nach dem Zusammenbruch des NDH Staates 1945 nach Österreich/Kärnten um sich den Briten zu ergeben und dem Zugriff der Tito Partisanen zu entziehen. In Bleiburg, an der slowenisch-österreichischen Grenze, und in Viktring waren die Hot Spots der Flüchtlinge.

Ein Teil der Flüchtlinge kam über Slowenien. So wurde der Loibltunnel im Mai 1945 zum strategisch wichtigen Nadelöhr für den Rückzug der deutschen Wehrmachtsverbände  – und für die Flüchtlinge der mit den deutschen Besatzern kollaborierenden faschistischen Einheiten und deren Anhängerschaft.

Diese wurden durch Täuschung der Briten in Züge verfrachtet und nach Jugoslawien an die Tito Armee ausgeliefert. In einem Racheexzess der einzigartig nach dem Krieg war, wurden die flüchtigen Kollaborateure der Nazis umgebracht: Slowenen, Volksdeutsche und muslimische SS-Leute, serbische Cetnics und vor allem kroatische Ustaschas. So waren auch die Schlächter von Jasenovac durch diesen Genozid mit ihren Opfern vereint worden.

©Privatarchiv Florian Rulitz/ Mitja Ferenc

Ehemalige Flüchtlinge und Zeitzeugen erinnern sich, erzählen vom Alltag, von der Flucht. Historiker erklären die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung, der Entstehung Kroatiens mit seinem Faschismus und dem kroatischen Genozid in Jasenovac, der unmittelbar mit der Rache an den bleiburger Flüchtlingen im Zusammenhang steht.

Diese Dokumentation in ihrer Kompaktheit ist ein einzigartiges Bildungs- und Kulturinstrument im typischen Style der Regisseurs Ferdinand Macek  – schnell, informativ, spannend, aufwühlend, tragisch und konkret. Der Regisseur Ferdinand Macek erzählt mit „Fluchtpunkt Kärnten“ sachlich und in eindringlichen historischen Bildern einen dunklen Teil der Kärntner Zeitgeschichte des Mai 1945, seiner Flüchtlinge, die Kärnten als Zufluchtsort Österreichs gewählt hatten und der in die Geschichte als die Tragödie von Bleiburg und Viktring einging.