BLEIB MIR VOM LEIBE! Sagenhafte Übergriffe im Zeichen mangelnder Distanz

BLEIB MIR VOM LEIBE! Sagenhafte Übergriffe im Zeichen mangelnder Distanz

1. Österreichisches Distanz Theater Uraufführung

Koproduktion Burgenländische Theaterinitiative und OHO

Idee, Konzept, Dramaturgie, Rahmenerzählung, Inszenierung: Peter Wagner

Termine

1. und 2. September 2020 um jeweils 20 Uhr

Das Erste Österreichische Distanz Theater ist ein Theaterversuch mit Augenzwinkern. Gerade das Theater lebt essenziell vom Konflikt, und das heißt: von dem direkten Aufeinanderprallen unterschiedlicher Positionen, die oftmals nicht nur in der sprachlichen, sondern auch in der körperlichen Interaktion Ausdruck finden. Insofern ist das Theater vor allem auch eine „Kontaktkultur“. Und es ist live, das heißt, dass es sich in der unmittelbaren, physischen Gemeinschaft von DarstellerInnen und Publikum ereignet.

Dies ist uns jetzt verboten – oder doch nur mit krassen Einschränkungen erlaubt! Wir allerdings, gewohnt im Wittern des prinzipiell Möglichen, erspähen darin fast so etwas wie einen Auftrag, die gegenwärtige Situation nicht nur zum Heulen zu finden, sondern sie, im Gegenteil, zum Thema unseres Spiels zu machen. Das Thema lautet demnach „Distanz“, respektive die Brechung derselben durch Akte und Positionierungen der Distanzlosigkeit. Davon ist die Geschichte wahrlich voll, lautet doch der hinter jedem Übergriff stehende Anstoß immer gleich, zumindest aber ähnlich: Macht, Unterwerfung, Hybris, Eitelkeit, Selbsterhebung, Erniedrigung anderer, Profit!

Folgt man der Überlegung, dass Macht stets auch einen Mechanismus zum vergewaltigenden Übergriff auf das Andere als inhärente Strategie in sich trägt, so ist diese in den Zeiten der von den Regierungen weltweit verhängten Bewegungs- und Begegnungseinschränkungen, wie wir sie derzeit erleben, eines Hinterfragens gerade auch am Theater wert.

Das Theater wählt in unserem Falle das, was es am besten kann: den Schlingerweg der Poesie. In unserer Vorstellung ist es die uralte Form der (Märchen/Sagen/Mythen)Erzählung, die in der ergänzenden optischen Ausformung durch (Riesen)Puppen, Stimmen, Musik und Licht zur Bewegung durch sinnliche Bewegtheit im eingeschränkten Bewegungsraum führt bzw. führen soll.

Peter Wagner

lebt und arbeitet im Südburgenland. Seine Genres sind: Literatur, Film, Theater, Musik. Er schrieb etwa 30 Stücke für Theater und 20 für Rundfunk, die in Österreich, Deutschland, Ungarn, Slowenien und Italien aufgeführt wurden, inszeniert prinzipiell nur Uraufführungen und wurde mehrmals ausgezeichnet, u.a. mit dem burgenländischen Landeskulturpreis. Arbeiten von ihm wurden ins Italienische, Spanische, Rumänische, Kroatische, Französische, Ungarische, Georgische, Polnische und Slowenische übersetzt. Zuletzt für das ke „Der 13. Gesang der Hölle“ im Rahmen von FOR FOREST.