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Die Kardinälin. Eine Ohnmacht.
Stück und Inszenierung: Peter Wagner, Produktion: klagenfurter ensemble 2010

 

 

Am 11. Mai 2010, also vor ziemlich genau 10 Jahren, hat meine Zusammenarbeit mit dem klagenfurter ensemble mit der Premiere meines Stücks in eigener Inszenierung „DIE KARDINÄLIN. EINE OHNMACHT“ begonnen. Insgesamt 11 Inszenierungen von PeterW. sind seitdem in der Messehalle 11 in Klagenfurt entstanden. Ich schätze die Freiheit, die mir dieses Theater für meine Arbeit und meinen Inszenierungsstil bietet, aufs Allerhöchste! Für dieses Vertrauen bedanke ich mich vor allem bei Intendant Gerhard Lehner, der mir auch ein persönlicher Freund geworden ist. Und ich bedanke mich bei allen, mit denen ich in diesem Jahrzehnt zusammenarbeiten durfte, von den DarstellerInnen zur Technik und weiter zu allen MitarbeiterInnen dieses Hauses.

Wer sich die Zeit für die Aufzeichnung von „Die Kardinälin. Eine Ohnmacht“ nimmt, der oder dem wird vermutlich zweierlei auffallen: 1. dass sich an der Thematik, dem sexuellen Übergriff eines höchstrangigen Geistlichen an den ihm anvertrauten Kindern und Jugendlichen, wenig bis nichts geändert hat und die katholische Kirche noch immer keinen adäquaten Umgang mit diesem Problem gefunden hat – nicht zufällig ist das Stück an den Fall des Wiener Erzbischofs und Kardinals Groër angelehnt; 2. dass ich für die Inszenierung eine Ästhetik gewählt habe, die an die durch die jetzige Pandemie en vogue geratenen Videokonferenzen erinnert. Die Hauptfigur (großartig: Heinrich Baumgartner) ist für das Publikum physisch gar nicht zu sehen – symbolisch für eine Art des Weggesperrtseins, aber auch als manipulative Projektionsfläche für sein Opfer (sehr stimmig auch Erich Pacher) – , sondern spricht ausschließlich in eine Videokamera, die ihn live zu den Zuschauern hin überträgt. Das war als durchgängiges Inszenierungsprinzip durchaus riskant, hat aber tatsächlich funktioniert. – In der Beschreibung des Videos finden sich die wichtigsten Kritiken zu Stück und Inszenierung.

Weitere Infos unter: Peter Wagner: Die Kardinälin. Eine Ohnmacht.