Europäische Theaternacht am ke: Offene Probe von „Faust 3“ & Die Vögel der Christine

Die Europäische Theaternacht präsentiert:

18.11.2017
Offene Probe von „Faust 3 – Ein Schöpfungskarussell“
ab 17.00 Uhr

Eine Entwicklungsgeschichte von Josef Maria Krasanovsky, mit eifriger Geburtshilfe von Ambra Berger, Claudia Carus, Benjamin Kornfeld, Michael Kuglitsch, Gerhard Lehner und Gernot Piff

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“, Goethe

Fünf Pudel betreten die Bühne und zählen mit heiserer Stimme den Countdown zu einem Theater-LSD-Trip ein: Wölfe, Passionsblumen und Hyperriesensterne schleudern der ewigen Unzufriedenheit von Faust einen beatlastigen Schöpfungspsalm entgegen.  Faust, zum blinden Clown seiner selbst mutiert,  bleibt stumm – unfähig dem Beat der Schöpfung die Stirn zu bieten. Und so stolpert der Herr Doktor Schritt für Schritt in die Walpurgisnacht …  Mit der Stückentwicklung „Faust 3“ turnt sich das Klagenfurter Ensemble durch die allgegenwärtige Aktualität der goethschen Dramen und lehnt sich dabei formal an die fragmentarische Form von „Faust2“ an.

„Soll ich Fahrrad fahren oder meine Haare fragen?“ Kazim Akboga

 

©J.M.Krasanovsky

Die Vögel der Christine
Zeitgenössisches Tanztheater
Uraufführung

Beginn: 20.00 Uhr
pay as you wish/can

Christine Lavants Gedicht „Ich möchte einen Becher haben“ über eine zerbrochene Liebesbeziehung ist der wortgewaltige Ausgangspunkt des zeitgenössischen Tanztheaters „Die Vögel der Christine“. Dieter Kaufmann vertont die Zeilen der renommierten Kärntner Dichterin Lavant. Eva Reitmann-Omilade interpretiert die Komposition stimmlich. Ingrid Türk-Chlapek, Leonie Humitsch und Astrid Seidler inspiriert das Lied zu Choreografie und Tanz. Ulrich Kaufmann erweitert die Choreografie durch visuelle Projektionen. Julian Gamisch eröffnet das Stück mit einer Live-Improvisation am Schlagzeug  – gleich einem Paukenschlag.

Das Stück entwickelte sich, als würde ein ins Wasser geworfener Stein Ringe bilden. Die einzelnen Künste arbeiteten wie bei einem Staffellauf, unsichtbar Hand in Hand. Die Reibung von Literatur, Musik, bildender Kunst und zeitgenössischem Tanz gleicht einem Dauerbrenner. Immer wieder wirft sie die Frage aufs Neue auf, wie anstelle von bloßer Addition der einzelnen Kunstgattungen ein „Mehrwert“ entstehen kann. In diesem Sinne bemüht die Choreografie von „Die Vögel der Christine“ keinen medialen Transfer der Worte in Bewegung. Weder sollen die rätselhaften Sprachmotive aufgelöst noch eine biografischen Deutung der Lyrik vorgenommen werden. Vielmehr überführen die Tänzerinnen das ambivalente Flirren des Textes in abstrakte Raumwege und Bewegungsfolgen, durch welche punktuell die verzweigte Emotionalität der Frauen schimmert. Der Mann bleibt abwesend. Die Frauen kratzen sich mit melancholischer Subversivität in die Gegenwart ein.

©ulrichkaufmann

Idee, Konzept Eva Reitmann-Omilade
Choreografie, Dramaturgie
 Ingrid Türk-Chlapek
Tanz, Co-Choreografie
 Leonie Humitsch, Astrid Seidler
Video 
Ulrich Kaufmann
Live-Schlagzeug-Improvisation
 Julian Gamisch
Komposition*
 Dieter Kaufmann
Stimme, Gesang
 Eva Reitmann-Omilade
Technik
 Gottfried Lehner
Produktionsleitung
 Eva Reitmann-Omilade
Produktionsassistenz
 Ingrid Türk-Chlapek

* Zugespielte Aufnahmen aus Kompositionen von Dieter Kaufmann

1. Aus „Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus“, Op.133, 1 Min., elektroakustische Bearbeitung einer Vokalpassage gesungen vom Hortus Musicus Klagenfurt

2. Satz aus dem Klavierkonzert „Für Clara“, Op.51, 9 Min., gespielt von Alexander Jenner und dem Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester unter der Leitung von Alexander Rahbari

3. „Totango Amadé“, Op.99, 6 Min., gespielt vom Ensemble OGNAT unter Verwendung des Gedichts „Ich möchte einen Becher haben“ von Christine Lavant, gesungen von Eva Reitmann-Omilade