DIE LÄCHERLICHE FINSTERNIS nach einem Hörspiel von Wolfram Lotz

DIE LÄCHERLICHE FINSTERNIS

nach einem Hörspiel von Wolfram Lotz

Eine Produktion des klagenfurter ensemble

 

Foto: © Günter Jagoutz

 

ZUR HANDLUNG Der somalische Pirat Ultimo Michael Pussi bittet um Verständnis für seine Piraterie. Zwei Soldaten fahren mit einem Boot tief hinein in die Regenwälder Afghanistans, um einen durchgedrehten Oberstleutnant zu liquidieren. Die Reise führt sie in eine dunkel lockende Welt voller skurriler Figuren, die irgendwo zwischen kolonialer Geschichte und neokolonialistischer Realität verloren gingen. Die beiden Soldaten entfernen sich immer weiter von der sogenannten Zivilisation, und schlittern in einen Abgrund, von dem man nicht genau weiß, ob es nicht auch der eigene sein könnte.

 

PREMIERE am 20. Oktober 2020 / 20 Uhr

WEITERE VORSTELLUNGEN am 20., 22., 23., 24., 28., 29., 30., 31. Oktober sowie 3., 4. November 2020 / 20 Uhr

 

SPIELORT klagenfurter ensemble / theaterHALLE 11 / Messeplatz 1 / Klagenfurt

KARTENRESERVIERUNG unter +43 463 310 300 oder theater@klagenfurterensemble.at

ALTERSEMPFEHLUNG Ab 14 Jahren

 

REGIE Josef Maria Krasanovsky

MIT Aline-Sarah Kunisch, Claudia Carus, Simona Sbaffi, Benjamin Kornfeld, Gernot Piff, Gerhard Lehner

LAIENDARSTELLER/INNEN Davide Barone, Monika Bergner, Friday Edeh, Maria Hassler, Lukas Jedlitschka, Lena Klaura, Jakob Peterschinek, Naomi Ploc, Barbara Stern, Engelbert Wuttej

 

TRAILER (1)

TRAILER (2)

  

KRITIKEN

KRONEN ZEITUNG

„Für das ke schließt Regisseur Josef Maria Krasanovsky kongenial seine Trilogie im Zeichen des trashig-nonkonformen Kult-Apokalyptikers [Wolfram Lotz], um eine Reise in „Die lächerliche Finsternis“ des Menschen zu starten. Es ist eine ungewöhnlich stringente und bildgewaltige Bühnenadaption (…), die das zynisch-exzessive, brillant-verrohte, intelligent-irrwitzige Spiel mit Rassisten-Klischees (fast) jeglicher Couleur stimmig trägt. Erschütternd eindringlich und selbsterklärend traurig der minutenlange Monolog des somalischen Piraten am Beginn, dem Benjamin Kornfeld mit flammendem Blick in die leuchtende Leere eines ausgefischten Meeres folgt. Bösartig-absurd die irre Flussfahrt zweier Soldaten (intensiv: Aline-Sarah Kunisch und Claudia Carus) in die >Regenwälder< Afghanistans, wo der zu exekutierende Vorgesetzte (grandios: Simona Sbaffi) verortungsfreie Abgründe eröffnet. Und als sich das großartige sechsköpfige Ensemble, das Laien gut unterfüttern, in Blut, Bier und Exkrementen suhlt, ist „Die lächerliche Finsternis“ zum orgiastischen Crescendo angewachsen, in dessen derbem, schrägem, witzigem, politischem Getöse Absurdität zu Realität wird, die niemanden kalt lässt, der den Blick in eine Dunkelheit erträgt, die überall dort lauert, wo es >menschelt<.“ — Irina Lino (Kronen Zeitung, 25. Oktober 2020)

KLEINE ZEITUNG

„Die Kübel im Foyer stehen schon beim Einlass bereit. Hier werden sich nach der irrwitzigen Achterbahnfahrt durch den Theater-Dschungel die Akteure wieder säubern von all dem Dreck und Schweiß, von Blut und Bier. Es sind assoziative Sprach-Ungetüme, auf die man sich einlassen wollen muss. Regisseur Josef Maria Krasanovsky und sein großartiges Team haben sich eingelassen, und das Publikum versteht: Mit beißendem Zynismus, treffender Gesellschaftskritik und absurdem Humor geht es um den Irrsinn in der Welt. Ein schaurig unterhaltsames Theaterstück, das die Absurdität von (Kolonial-) Kriegen in Worte fasst. Für den Höllenritt hat sich Regisseur Krasanovsky eine Wand aus Stahlpaneelen ausgedacht, Bananen und Bier stellvertretend für die Welten, in denen die beiden martialischen Soldaten unterwegs sind und eine Schar von Statisten, die das motivierte Ensemble ergänzen.“ — Karin Waldner-Petutschnig (Kleine Zeitung, 22. Oktober 2020)

DER STANDARD

„Bis ans Ende des Darms. Regisseur Josef Maria Krasanovsky inszeniert >Die lächerliche Finsternis< von Wolfram Lotz. Es muss gelacht werden, (…) wenn der Straßenverkäufer das Maschinengewehr zum Ausruf >Ich bin unbewaffnet!< schenkt oder wenn sich der Flus, dem die zwei Bundeswehrsoldaten auf der Suche nach einem durchgedrehten Kommilitonen folgen, als Darm herausstellt. Mit diesem fatalen kulturellen Clash bekommt es das Publikum seit Dienstagabend [20. Oktober 2020] am klagenfurter ensemble zu tun. Je haarsträubender das alles ist, desto beruhigender wird der Gedanke, dass Fiktion nicht gleich Wirklichkeit ist.“ — Michael Cerha (Der Standard, 23. Oktober 2020)

 

ZUM WERK Wolfram Lotz liefert einen eindringlichen Text voller Trash, Poesie und Traurigkeit über die Unfähigkeit, das Fremde wirklich verstehen zu können: Das Grauen eines weit entfernten Krieges, eine andere Kultur, einen anderen Menschen und zuletzt auch sich selbst. 2015 wurde „Die lächerliche Finsternis“ in der Kritikerumfrage von „Theater heute“ zum Stück des Jahres gewählt.

 

Regisseur Josef Maria Krasanovsky / Foto: © Josef Maria Krasanovsky

ZUR PRODUKTION Mit „Die lächerliche Finsternis“ vollendet Regisseur Josef Maria Krasanovsky seine Wolfram Lotz-Trilogie, nachdem er vergangene Saison am klagenfurter ensemble „Der große Marsch“ und in Rumänien am Nationaltheater Theater Sibiu „Einige Nachrichten an das All“ inszenierte.

 

 

ZUR INFORMATION Wir bitten um rechtzeitige Ticketreservierung unter +43 463 310 300 oder unter theater@klagenfurterensemble.at, da die Sitzplätze aufgrund der COVID-19-Maßnahmen limitiert sind.