Das Mindeste InterACT

Das Mindeste

Ein chorisches Forumtheater von InterACT

Beginn: 19 Uhr

Die Mindestsicherung – und mit ihr die Notstandshilfe – sind ins Gerede gekommen, sie wurden zum Spielball. Nicht zu Wort kommen jene, die es betrifft. Was haben sie uns zu erzählen? Wie reden wir über das soziale Netz? Was ist das Mindeste, das wir uns zugestehen? Denn: Es betrifft uns alle. Und: Es reicht für alle. Ein interaktiver Theaterabend zu Menschenwürde, sozialer Sicherheit und Solidarität.

Darsteller*innen Barbara Schönfelder, Daniel Popov, Daniela Hoppaus, Franz „Fratl“ Hofer, Veronika Molnar, Martin Vieregg, Mihaela Barbu, Silvia „Phoenix“ Gangl, Sophia Schessl, Ulrike Trummer, Waltraut Wagner, Wera Köhler, Zaid Faris

Joker/Moderation Michael Wrentschur

Training chorisches Theaterspiel Harald Volker Sommer

Bühne, Ausstattung, Kostüme Kathrien Fuhrmann

Text Ensemble

Licht: Christina Weber

Regie Michael Wrentschur, Martin Vieregg

Künstlerische Gesamtleitung Michael Wrentschur

Produktionsleitung und Organisation Brigitte Schaberl, Wolfgang Rappel

Öffentlichkeitsarbeit Brigitte Schaberl, Wolfgang Rappel und Michael Wrentschur

Hintergrund und Idee

Das Thema Mindestsicherung polarisiert zunehmend die Gesellschaft: Wieviel Geld steht Menschen zu, die über kein Einkommen aus Erwerbsarbeit verfügen? Kann man es sich mit rund 850 Euro monatlich in der „sozialen Hängematte“ bequem machen? Welche Rolle spielen die Medien in dieser Diskussion? Wer profitiert davon, wenn einzelne Menschengruppen gegeneinander ausgespielt werden?

All diesen Fragen geht das chorische Forumtheaterprojekt „Das Mindeste“ von InterACT nach, bei der die Darsteller*innen ihre Sichtweisen und Erlebnisse mit Mindestsicherung, Notstandshilfe und prekären Lebenslagen szenisch thematisieren und das Publikum zu Mitwirkung und Dialog einladen.

Bei diesem Projekt kommen besonders diejenigen zu Wort, die im öffentlichen, politischen und medialen Diskurs keine Stimme haben. Aber es geht auch um die Frage, wie sich jene verhalten und artikulieren, die davon selbst (noch) nicht unmittelbar betroffen sind. Wie können wir agieren, damit verschiedene Gruppen nicht untereinander ausgespielt werden?

Damit werden Bilder, die in Medien und Politik von Mindestsicherungs- (und Notstandshilfe-) Bezieher*innen gezeichnet werden, zurechtgerückt und gesellschaftliche Mythen über Armut und Reichtum theatral befragt.

In einem dialogischen und theatralen Prozess werden Vorschläge zur Bewältigung prekärer Lebenslagen aber auch für solidarische Handlungsweisen entwickelt, mit denen in weiterer Folge Wirtschaft, Behörden und Politik konfrontiert werden. Wenn es um die Frage von Menschenwürde, Existenzsicherung und Solidarität geht, sind wir alle angesprochen, denn: Es betrifft uns alle. Und: Es reicht für alle.

Der Verlauf der Aufführung

„Das Mindeste“ erzählt und verhandelt im ersten Teil der Performance anschaulich, vielschichtig und berührend Fragen der Menschenwürde und Existenzsicherung. Dabei sind zunächst jene Menschen im Blickpunkt, die gesellschaftlich an den Rand gedrängt werden und sich oft in dauerhaften ‚Wartepositionen‘ befinden. Sie werden als ‚Überflüssige‘, als ‚Durchschummler‘ stigmatisiert. Was erleben sie? Womit ringen sie? Was benötigen, was fordern sie? Aber auch: Wie grenzen sie sich voneinander ab?

In den szenischen Verläufen klingen vielstimmig Mythen und politische Statements zu Armut und Reichtum, zu Existenzsicherung und Sozialstaat durch, chorische Kommentare und neoliberale Mantren bilden einen Unterton. Diese zeigen sich auch offen in Familien, die (noch) abgesichert leben. Immer wieder geht es um existentielle Herausforderungen und um die Frage, wo soziale Sicherheiten aufgelöst und brüchig werden und zu sozialer Erschöpfung und Verwundbarkeit führen. Dabei sind besonders Frauen betroffen. Es geht aber auch um die Frage welche Form der Unterstützung wem zugestanden wird: Was im familiären Kontext normal erscheint, wird im Falle der sozialstaatlichen Unterstützung kritisiert: Was ist das Mindeste, das wir uns zugestehen?

Im zweiten Teil der Aufführung, ist das Publikum im Sinne des Forumtheaters eingeladen, sich aktiv am Geschehen zu beteiligen: Szenen aus „Das Mindeste“, die die größte Resonanz bei den Zuschauer*innen erzeugen, werden nochmals gespielt und interaktiv und dialogisch nach Veränderungsmöglichkeiten befragt: Wie können szenische Verläufe verändert werden, wie entstehen Spielräume und welche Auswirkungen haben sie auf das Geschehen? Der theatrale Dialog ist zugleich ein gesellschaftlicher und politischer. Der Theaterraum wird zum Labor für Überschreitungen des Gewohnten, er wird zum Verhandlungsraum über „Das Mindeste“, das wir uns zugestehen – entgegen der Tendenzen, gegenseitig ausgespielt zu werden.

Weitere Infos:  https://www.interact-online.org/aktuell/das-mindeste