CD-Präsentation GERT JONKE (1946 – 2009) Gedichte

In der Interpretation von Christoph W. Bauer und Oliver Welter
Am 12.12.2017 um 20:00 Uhr
In der Theaterhalle 11

„es gelte, leicht zu sein wie ein Vogel, nicht wie eine Feder“
Prof.Klaus Amann wird Ihnen diesen Satz, Jonkes Gedichte und deren Interpretation in seiner Moderation näher erläutern.

©Jonke_Privatarchiv

Breitet einer in Gedichten seine Landkarten aus, folge ich ihm an mir unbekannte Orte, geht einer im Zimmer auf und ab, tue ich es ihm gleich und stimme im Rhythmus seiner Verse das Lied des fliegenden Poeten an. So habe ich mich den Gedichten von Gert Jonke angenähert, so haben Oliver Welter und ich versucht, diesem außergewöhnlichen Dichter gerecht zu werden – auf unsere Art, denn nur so kann es gehen, war Jonke doch eine absolut singuläre Erscheinung, ihn zu kopieren, kann lediglich scheitern. Oft scheint es, als würde er im Ton einer Flöte ein ganzes Orchester entfachen, ein zufällig hingeworfener Blick öffnet ungeahnte Räume, Literatur ist ihm immer auch ein Spiel mit Möglichkeiten, und Gert Jonke hat das ganze Instrumentarium der Poesie genützt. Nur zwei- dreimal haben wir uns gesehen, aber bei einem wie ihm genügte ein einziges Treffen, um zu erkennen, dass man es hier mit einem zu tun hat, der seinesgleichen nicht hat. Seine Gedichte zu lesen, bereitet Lust und Vergnügen, ist Herausforderung zugleich, viele seiner Verse sind mir zu Wegbegleitern durch die Tage geworden. Und schon beuge ich mich wieder über seine Landkarten, stampfe ich im Rhythmus seiner Litanei – und erblicke Gert Jonke plötzlich am Lendkanal, sehe wie er die Mütze vom Kopf nimmt und winkt. Ich zieh den Hut, winke zurück und rufe ihm zu – Ahoi!

Cover: Franco Kappl

Der Freundeskreis Gert Jonke bedankt sich beim klagenfurterensemble für die kostenlose Überlassung der Räumlichkeiten