Buchpräsentation Elke Aichinger

Ich weiß noch nicht wie man verliert – Elke Aichinger
Herausgegeben von – Horst-Dieter Sihler

26. April 2019 19:30 Uhr

Lesung mit Musik: Texte von Elke Aichinger mit Horst Dieter Sihler und Peter Raab Musik: Franz Inzko / Piano und Gesang mit Alenka Piotrowicz / Cello, Abspielung der Aufnahmen von Elke Aichinger mit Franz Inzko ca. 1986 und Bildpräsentation – Auszug der Bild-Werke von Elke Aichinger, gemalt ca. 2007.

Gedichte / Songs / Bilder erschienen im Drava Verlag.

Wer war Elke Aichinger?

Diese Gedichte und Songtexte, scheinbar mit leichter Hand dahingeschrieben, sind Liebes- und Lebensgedichte einer anderen Art, über Ehe-, Trennungs- und Suchtprobleme, die jeden betreffen. Sie spiegeln die markanten Erlebnisse ihrer Biographie, ihre Zusammenbrüche, ihr Aufbegehren, ihre Hoffnungen. Bemerkenswert, wie Elke Aichinger ihre und unsere Probleme mit dem Zusammenleben auf einfachste Weise lyrisch und literarisch in den Griff bekommt. Und wie sich dieses musikalische, rhythmische Prinzip auch in der Malerei, in ihren Bildern, wiederholt, bis dorthin, wo sie den Sprung in die Abstraktion wagt.

Nach einer verkorksten Kindheit und Jugend trieb sie sich in den 70er-Jahren als alleinerziehende zweifache Mutter in der Kärntner Künstlerszene herum, die sie geprägt hatte, von H. C. Artmann bis Gert Jonke zum Beispiel, von Heinz Goll bis Franz Moro, wo sie das typische Understatement entwickelte, das ihre Talente erst spät zum Vorschein kommen ließ. Was Elke Aichinger später dann produziert hat, Texte, Gedichte, Songs und Bilder, ohne eine Verwertung anzustreben, als „liebende“ Amateurin, als Poetin, Sängerin, Malerin, war eine gelungene späte Selbstverwirklichung, die das Private ganz erheblich übersteigt.

Elke Aichinger, geboren 1944 in Wien. Schlüsselkind, frühe Heirat nach Klagenfurt, alleinerziehende zweifache Mutter, Tippfräulein, Sekretärin an den Universitäten Klagenfurt und Graz. Songschreiberin, Sängerin, Erzählerin, Malerin. Bemerkenswertes Beispiel einer „nur vom Leben“ ausgebildeten Künstlerpersönlichkeit mit später Selbstverwirklichung. Im Sommer 2016 erlag sie einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.

Horst Dieter Sihler (Hg.), geboren 1938 in Klagenfurt, Maschinenbau-Ingenieur, Kultur- und Filmkritiker (ORF, FAZ u. a.), Lehrbeauftragter (Universität Klagenfurt), Kinomacher (Alternativkino/Neues Volkskino) und Poet. Gilt als Vater der alternativen Kinoszene in Österreich. „Am Anfang war die Poesie“ (Wieser 2009), „Mein Kino des 20. Jahrhunderts“ (Wieser 2016).

https://www.drava.at/buch/ich-weiss-noch-nicht-wie-man-verliert/

Aichinger©Inzko

Das Buch wird auch vor Ort erhältlich sein. Preis: 21.00 €

„Ein Kulturmensch wie Horst Dieter Sihler engagiert sich hier als Herausgeber eines Buches mit Gedichten, Lyriks für Lieder/Chansons und Gemälden, die ohne ihn wohl in Vergessenheit geraten wären. Sie stammen von Elke Aichinger (1944-2016), die sich viele Jahre lang in der Kärntner Kulturszene bewegt und ausgelebt hat, ohne anscheinend großen Wert auf das eigene kreative Potential und dessen Bekanntmachung zu legen. Nun halten wir staunend und tief berührt Beispiele für eine musische Mehrfachbegabung in Händen, die eine eigenwillige Ergänzung zu dem bunten Spektrum der Kunst aus Kärnten darstellen. Lesen und schauen Sie!“
(Arno Rußegger, Ao. Univ. Prof. am Institut für Germanistik der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt)