Gastspiel: A Bao A Qu und Peter Handke: Selbstbezichtigung

VORSCHAU: A Bao A Qu und Peter Handke: Selbstbezichtigung

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In der Wendeltreppe des Siegesturms in Chittor in Indien lebt seit Anbeginn der Zeit das A Bao A Qu. Ein lethargischen Wesen, das die Erfüllung seiner Existenz nicht aus eigenem Antrieb schafft, sondern nur, wenn es sich an die Fersen eines Führers heftet. Dann wird es zum Spiegel menschlicher Werte: ist der aufsteigende Mensch ein lauteres Wesen, erlangt auch das A Bao A Qu zumindest für kurze Zeit seine wahre Gestalt. Ist der Aufsteigende allerdings dem Feld der Schande verhaftet, erreicht er die höchste Stufe nicht und auch das A Bao A Qu fällt wimmernd und klagend an den Fuß der Treppe zurück.
„Ich bin nicht, was ich gewesen bin. Ich bin nicht geworden, was ich hätte werden sollen. Ich habe nicht gehalten, was ich hätte halten sollen. Ich bin zu spät aufgewacht.“
Peter Handkes „Selbstbezichtigung“ trifft auf den indischen Mythos vom lethargischen Wesen A Bao A Qu, das Erfüllung nicht aus eigenem Antrieb schafft, sondern nur, wenn es sich an die Fersen eines Führers heftet.
Ein sinnlich, körperliches Spiel um den Werdensprozess des Menschen, das Voranschreiten und Scheitern auf der „Wendeltreppe des Lebens“. Kurzweilig, pointiert und ironisch in all den Reibungen des Individuums mit gesellschaftlichen Normen und Erwartungen und den daraus resultierenden Selbstbezichtigungen.
Musikalisch, sehnsuchtsvoll verwoben werden Handkes Text und die buthoeske Körpersprache mit den 1670 komponierten Rosenkranzsonaten Heinrich Ignaz Bibers. Interpretiert von der Geigerin und Konzertmeisterin der „Neuen Hofkapelle Graz“ Lucia Froihofer. Sie besticht vor allem durch die tänzerische Art ihres Musizierens. Mit ihrer pulsierenden, barocken Spielweise erzielt sie magische Stimmungen.
Ein poetischer Theaterabend, der einen alten Indischen Mythos mitten unter uns zu neuem Leben erweckt.

Mit: Max Pfnür (A Bao A Qu), Klaudia Reichenbacher (Mensch) und Lucia Froihofer (Geige)

Regie Klaudia Reichenbacher
Co-Regie Max Pfnür
Dramaturgie, Bühne, Kostüm Klaudia Reichenbacher
Lichtdesign Nina Ortner
Aufführungsrechte Suhrkamp Theater Verlag
Fotos Nicolas Galani