Sucht und ORDNUNG

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postkarte_suchtordnung_END-1_Seite_1_webFett Blanche Farce
von Karsten Krampitz

Premiere: 1. Oktober 2014, 20.00

weitere Aufführungen:

3., 4. Okt.
9., 10., 11. Okt.
14., 15., 16., 17., 18. Okt.

jeweils 20.00

 

 

 

Bearbeitung und Regie: Peter Wagner

Musik: Primus Sitter

Es spielen: Gerhard Lehner, Josef Oberauer, Erich Pacher, Gernot Piff, Peter Raab,
Oliver Vollmann

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Es hat Zeiten gegeben, da die Menschen noch geglaubt haben, die Götter würden als Bettler verkleidet auf die Erde kommen und sie auf die Probe stellen. Damals, als fahrende Musikanten noch Hellseher und Huren Hetären waren, als selbst der Beruf des Henkers noch Ehre und Ansehen mit sich brachte, nur von Priestern ausgeübt wurde – aber das ist lange her …
Das Organisierte Gebrechen ist dabei, die Stadt in Besitz zu nehmen. “Bitt’ schön, ham’s an Euro?” Zwei Bettler belagern eine Straßenkreuzung, belästigen berufstätige, steuerzahlende Bürger. Man möchte meinen, es wäre schon zu spät. Doch Gott sei Dank hat die Kommune einen demokratisch gewählten Bürgermeister!

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Eine Geschichte vom Betteln und von einer Gesellschaft, die das Betteln nicht mehr ertragen kann.
Über eine Gesellschaft, die in Wohlstand lebt und diesen Wohlstand durch Überangebot und Überkonsumption nicht mehr schätzen kann. Eine Geschichte, die die Diskrepanz zwischen weißen, unschuldig reich bis dekadent anmutenden Festen und drohendem Alkoholtod in der Gosse thematisiert.

Der gesellschaftskritische Autor Karsten Krampitz setzt sich schon seit längerem mit dem Betteln auseinander: er gründete erfolgreich eine Bettelakademie, besetzte mit Obdachlosen und Junkies Berliner Nobelhotels. Als Journalist bei diversen Straßenzeitungen machte sich der im ehemaligen DDR-Berlin Aufgewachsene bereits seit den 1990er Jahren einen Namen – vor allem durch seine Interviews, die er vor dem Hintergrund der Armut und Obdachlosigkeit mit Prominenten wie Harry Rowohlt, Inge Meysel oder Harald Juhnke, führte. Mit Peter Wawerzinek (ebenfalls Stadtschreiber von Klagenfurt) initiierte er in Wewelsfleth/Schleswig-Holstein die Trinkerklappe, welche als satirische Analogie zu Babyklappen, Frauen von Alkoholikern animieren sollte, ihre Männer nicht auf die Straße zu setzen, sondern sie im örtlichen Therapiezentrum “abzugeben”.

Weitere Bilder von Günter Jagoutz

PRESSESTIMMEN:

Regisseur Peter Wagner hat die satirische Klagenfurt-Hommage des ehemaligen Stadtschreibers zur “Fett Blanche Farce” verwandelt, die in einer Mischung aus absurdem Theater, Stadtrichter-Klamauk und Brechtschem Weihespiel den Hedonismus und die Bettlerphobie unserer Gesellschaft aufs Korn nimmt. Ein gewagter Grenzgang. [...]
Zusammengehalten wird der kurzweilige Abend durch exzellente Musikarrangements von Primus Sitter, die vom spielfreudigen Ensemble rund um Gerhard Lehner und Oliver Vollmann kongenial in Szene gesetzt werden.
Kleine Zeitung, 2. Oktober 2014

Was so unschuldsweiß als etwas zähe Revue beginnt, verdichtet sich bald zu einer durchaus bannenden Bildfolge, einer Kehrseite unserer glänzenden Konsumwelt.
Der Standard, 2. Oktober 2014