Ein Zeichen gegen das Vergessen

Ein Zeichen gegen das Vergessen

 

Kinder des Holocaust

 

Mit Helga Pollak-Kinsky (als Kind überlebte sie die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz, und Freiberg) und Manfred Bockelmann.

am 11. Jänner 2014

um 20 Uhr

Theater Halle 11

Klagenfurt, Messeplatz 1/11

(freiw. Spende)

 

Ein Abend der Erinnerungskultur beim klagenfurter ensemble: Ein Gespräch zwischen der KZ-Überlebenden Helga Pollak-Kinsky und dem Künstler Manfred Bockelmann, dazu der Trailer des Dokumentarfilms zu Bockelmanns >Holocaust-Kinder- Projekt<, einige großformatige Portraits seiner Zeichnungen und dazu Zitate aus Helga Kinskys Tagebuch aus Theresienstadt, das sie damals im Lager verfasste und das von Hannelore Brenner-Wonschik in ihrem Buch „Die Mädchen vom Zimmer 28“ erstmals veröffentlicht wurde.

Helga Pollak-Kinsky wird im übrigen, nur wenige Tage nach ihrem Besuch in Klagenfurt, im Rahmen des Internationalen Holocaust-Gedenktages vor der UNO in Genf sprechen.

Beim klagenfurter ensemble liest die Texte, die Peter Gstettner vom Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška ausgesucht hat, ein großes junges Talent: Philine Schmölzer, Tochter des Schauspielerpaares Katharina Schmölzer und Kai Möller.

 

In den Bildern aus Manfred Bockelmanns Ausstellung >Zeichen gegen das Vergessen< begegnen wir auch jungen Gesichtern aus Klagenfurt und Umgebung, deren Kindheit und Leben in Konzentrationslagern endeten.

 

Ein einmaliger zeichenhafter Abend, der in ein Gespräch mündet, an dem auch die BesucherInnen teilhaben können.

 

Eines der Bilder, die im ke zu sehen sein werden: für11.1.
Evi und Peter Preis. Geboren am 22.3.1935 bzw. 12.6.1936 in Klagenfurt. Ermordet 1944 in Auschwitz.
Doch ist es vielleicht das Bildnis zweier Kinder aus Klagenfurt, das den genuinen Wahnsinn jener Denkungsart am eindrücklichsten illustriert: Die jüdischen Geschwister Peter und Evi Preis, nebeneinander stehend. Herzige, freundliche Kinder, etwa vier und fünf Jahre alt, blond gelockt, pausbackig, in Lederhosen und weißen Stutzen. Ein Bild, das in seiner Form als Werbung für das „deutsche Jungvolk“ hätte dienen können. Aus Furcht vor dem nahenden Unheil beschloss die Familie auszuwandern, wurde aber behördlich daran gehindert und schließlich im KZ ermordet. Ihr gesamtes Hab und Gut wurde „arisiert“.
(Aus Heiner Hammerschlags Beitrag im Katalog „Zeichnen gegen das Vergessen“.)
Weitere Bilder, die ausgestellt werden: Ruth Schachterova (Häschen)web
Ruth Schachterova, („Häschen“) 14 Jahre wurde am 18.5.1944 vom Lager in Theresienstadt ins KZ-Auschwitz deportiert, von wo sie nicht wiederkehrte.
Boteslaw Urbiak, 14 Jahre.
Josefa Glazowska, 12 Jahre.
Alfreda Kruja, 15 Jahre.
Sofie Gutenberger, 11 Jahre.
Johan K., 5Jahre, geboren in Ebenthal, Kärnten. Durch die „Reichsstatthalterei Kärnten“ in den Wiener „Spiegelgrund“ eingewiesen. Dort aufgenommen am 2.12.1942. Am 10.12 1942 schreibt Dr. Ellinger an den entsprechenden Reichsausschuss in Berlin über ihn unter anderem: „… keinerlei Arbeitseinsatzfähigkeit ist zu erwarten.“ Johann K. wurde am 22.2.1943 um 11 Uhr 35 am „Spiegelgrund“ getötet.