PELZVERKEHR | Tanzwochen Klagenfurt/Celovec

1. Tanzwochen Klagenfurt/Celovec

20. September bis 1. Oktober 2016
theaterHALLE 11

Sind Menschen nicht behaarte Wesen in Bewegung? Mal hautnah, dann wieder Kilometer weit entfernt organisieren wir unseren Umgang mit der Gegenwart. Schon Meret Oppenheim sorgte 1913 mit ihrer pelzüberzogenen Tasse für Diskussionsstoff. Ähnlich lohnende, sinnliche Irritationen plant das neue, zeitgenössische Tanzfestival „Pelzverkehr“.

Beitrag ORF

ACHTUNG_Sujet_PELZVERKEHR_Paula©Richard Kirchner
Foto: Richard Kirchner

„Pelzverkehr“ wird vom „Tanzamt Klagenfurt“ in Kooperation mit dem „klagenfurter ensemble“ ausgerichtet und präsentiert heuer erstmals sechs Produktionen vom 20. September bis 1. Oktober im theaterHALLE 11. Dabei verbinden die sechs unterschiedlichen choreografischen Handschriften zwei rote Fäden: Zum einen werden traditionelle Tanzformen auf ihr zeitgenössisches Potential abgeklopft – zum anderen stehen Geschlechter- und Generationenrollen zur Disposition.

Publikumsgespräche finden nach den Aufführungen in der Lounge statt.

 

Di., 20. 9.    9.00   Messer Gabel Schere Licht  kollektiv kunststoff

Do., 22. 9.  20.00  Paula  editta braun company

Sa., 24. 9.  20.00  Sons of Sissy  Simon Mayer

Di., 27. 9.  20.00  Smokey Hugs and Cappuccino  tanz.coop/Gisela Elisa Heredia

Do., 29. 9.  20.00  Wunderbare Jahre  Dagmar Dachauer

Sa., 1. 10.  20.00  Democrazy  cieLaroque/Helene Weinzierl

Stefanie Sternig im Portrait

 

kollektiv kunststoff
Messer Gabel Schere Licht
Tanzstück mit Musik und Gesang über die Welt zwischen JA und NEIN
Für Kinder zwischen 3 und 6

Die Blumenerde auf dem Wohnzimmerteppich verstreuen? NEIN! Auf wackelige Möbelstücke klettern? NEIN! Nach scharfen Gegenständen greifen? NEIN! Aus der Perspektive der Kleinen scheint es kurios, wenn die natürlichsten Tätigkeiten auf der Welt spitze Schreie und Zur-Hilfe-Hüpfen der Großen auslösen. Wo ist ihr Spielraum? Das wird geprüft, verhandelt, entschieden.

Messer Gabel Schere Licht©Bernhard Wolf
Foto: Bernhard Wolf

Duett, Dauer: 35′
Konzept, Choreografie: Raffaela Gras, Stefanie Sternig
Tanz und Performance: Raffaela Gras, Stefanie Sternig
Klangregie, Gitarre: Peter Plos
Musik: Peter Plos, Stefanie Sternig
Technische Leitung, Licht: Silvia Auer
Kostüm: Klaudia Lässer
Beratung Kostümdesign: Manora Auersperg
Gastspielorganisation: Stefanie Sternig
Produktionsleitung: Raffaela Gras
Dramaturgische Beratung: Milli Bitterli
Foto: Bernhard Wolf
Mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7).

Trailer

 

editta braun company & Iris Heitzinger
Paula

Inspiriert von Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ vertanzt Paula im gleichnamigen Solo ihre Einsamkeit, Beschränkung wie auch ihr Unbehaustsein. Was birgt ein Frau-Sein zwischen kühlem Metall und pulsierendem Leben? Eine Suche nach dem, was wirklich zählt. Mal schmerzhaft begrenzt, mal selbstgenügsam vergnügt, dann wutentbrannt und unverhofft grenzenlos.

Paula©Bettina Frenzel
Foto: Bettina Frenzel

Solo, Dauer: 50′
Kreation, Performance: Iris Heitzinger
Regie, Choreografie, künstlerische Leitung: Editta Braun
Komposition: Thierry Zaboitzeff, Bühne: Arturas Valudskis
Lichtdesign: Thomas Hinterberger, Dramaturgie: Gerda Poschmann-Reichenau
Foto: Leo Fellinger, Bettina Frenzel, Richard Kirchner
Inspirationsquellen: Marlene Haushofer: Die Wand (Hamburg 1968), Sten Nadolny: Ein Gott der Frechheit (München 1994)
Mit Unterstützung von Salzburg Stadt:Kultur, Salzburg Land:Kultur und BKA Kunst.

Trailer

 

Simon Mayer
Sons of Sissy

Der Tänzer, Choreograf, Musiker und oberösterreichische Bauernsohn Simon Mayer befreit in „Sons of Sissy“ Volkstanz und Volksmusik aus konservativen Konventionen. Gemeinsam mit drei live-musizierenden Performern hinterfragt Mayer lustvoll männliche Rollenbilder und überführt die Praktiken alpiner Folklore in zeitgenössisch-humorvolle Rituale.

Sons of Sissy©Peter Empl
Foto: Peter Empl

Quartett, Dauer: 60′
Idee, Choreografie, Performance, Musik: Simon Mayer
Performance, Musik: Matteo Haitzmann, Patric Redl, Manuel Wagner
Klangkörper und Spezialinstrumente: Hans Tschiritsch
Bühne und Kostüm: Andrea Simeon
Licht: Martin Walitza, Hannes Ruschbaschan
Foto: Peter Empel, Rania Moslam
Künstlerische Beratung: Frans Poelstra
Produktion: Sophie Schmeiser, Elisabeth Hirner
Ko-Produktion: Kopf hoch, brut Wien, Gessnerallee Zürich, zeitraumexit Mannheim und Tanz ist Dornbirn.
Touring: Sophie Schmeiser und Hiros
Mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien, des Bundeskanzleramts Österreich Kunst und Kultur, von Kulturland Oberösterreich, Vlaamse Gemeenschap, Kunstenwerkplaats Pianofabriek (Brüssel), WP Zimmer (Antwerpen), im_flieger, Kunst und Kulturverein SPIEL. Danke an Simon Zöchbauer, Julian Rubisch, ALMA (Marlene Lacherstorfer, Julia Lacherstorfer, Evelyn Mair, Marie-Theres Stickler), Godi Burgstaller, Chris Standfest, Andrea Amort, Munderfinger Goaßlschnalzer, Altstädter Bauerngmoa, Pramtaler Volkstanzgruppe, Elio Gervasi/Raum 33.

Trailer

 

Gisela Elisa Heredia/tanz.coop
Smokey Hugs and Cappuccino

Der Rauch einer Zigarette, das Surren eines Ventilators, das Schleifen der Schuhe am abgetanzten Parkett. Hier, im Café zwischen Tabak und Alkohol, umarmt man sich flüchtig oder ewig. In „Smokey Hugs and Cappuccino“ der argentinischen Choreografin Gisela Elisa Heredia dreht sich alles um die Sinnlichkeit des berühmtesten Tanzes ihrer Heimat, dem Tango.

Smokey©Christian Ariel Heredia
Foto: Christian Ariel Heredia

Quintett, Dauer: 65′
Idee, Konzept und Choreografie: Gisela Elisa Heredia
Tanz und Choreografische Mitarbeit: Adrian Dorfmeister, Cäcilia Färber, Elda Gallo, Katharina Glas, Anna Possarnig
Dramaturgische Beratung: Josef Maria Krasanovsky
Produktion: Katharina Bernard
Produktion und Künstlerische Assistenz: Cäcilia Färber
Choreografie Assistenz: Laurie Chou
Musik: tanz.coop
Pressetext: Barbara Pluch
Foto: Christian Ariel Heredia
Mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7) und D.ID Dance Identity.

Trailer

 

Dagmar Dachauer
Wunderbare Jahre

„Wunderbare Jahre“ betrachtet die Musik von Johann Strauß, Zeit des Wiener Kongresses und des Biedermeiers aus zeitgenössischer Perspektive. Anhand der national-identitätsstiftenden Komponente der hoch kommerzialisierten Strauß-Musik reflektiert das Solo die strittige Melange von Nationalstolz mit dem Romantisch-Pompösen, Patriarchischen und Heroischen.

Wunderbare Lahre©Andi_Bancic
Foto: Adi Bancic

Solo, Dauer: 40′
Choreografie und Performance: Dagmar Dachauer
Dramaturgische Begleitung: Ingrid Türk-Chlapek, Andreja Kopač
Musik: Frühlingsstimmen, op. 410 – Johann Strauß
Sound Design: Kilian Immervoll
Licht Design: Janko Oven
Foto: Andi Bancic
Produktion: Dagmar Dachauer, Katja Somrak
Ko-Produktion: umfug und Plesni Teater Ljubljana
Mit Unterstützung von Bundeskanzleramt Österreich, kulturRaum Klagenfurt, Tanzetage Klagenfurt, Summer Studios Brussels, Mediteranski plesni centar Svetvinčenat / Mediterranean Dance Centre (San Vincenti, Croatia). Dank an Zoltan Imely, Mediteranski plesni centar Svetvinčenat.

Trailer

 

Helene Weinzierl/cieLaroque
Democrazy
– how to peel an onion without crying

TV oder illegaler Download, Glas oder Plastik, Plombe oder Zahnlücke? „Democrazy“ beschäftigt sich mit der tatsächlichen und scheinbaren Entscheidungsfreiheit in einer Gesellschaft aus Überfluss, Umweltzerstörung, Manipulation und Mangel. Vier Personen verwickeln dabei das Publikum in ein virtuoses Machtspiel aus Bewegung, Sprache und Tanz.

Democrazy©Wolfgang Lienbacher
Foto: Wolfgang Lienbacher

Quartett, Dauer: 75′
Choreografie, Künstlerische Leitung: Helene Weinzierl
In Zusammenarbeit mit den Tänzer*innen: Helena Arenbergerova, Yuri Korec, Honza Malik, Viviana Escalé
Sound, Komposition: Oliver Stotz
Lichtdesign: Peter Thalhamer
Konzeptuelle/dramaturgische Beratung: Barbis Ruder
Schauspiel/Coaching: Marion Hackl
Foto: Wolfgang Lienbacher
Eine Koproduktion mit der ARGEkultur Salzburg mit Unterstützung von Salzburg Stadt:Kultur, Salzburg Land:Kultur, ERSTE-Salzburger Sparkasse Kulturfonds und BKA Kunst.

Trailer