OWE DEN BOCH

Schauspiel von Antonio Fian

Regie: Rüdiger Hentzschel

Musik: Primus Sitter

mit Michael Kristof-Kranzelbinder, Markus Schöttl, Nadine Zeintl

Uraufführung

Premiere: 7. Juni 2017 – A U S V E R K A U F T ! ! !
weiters: 9., 10., 15., 16., 17., 21., 23., 24. und 25. Juni 2017
jeweils 20.00 Uhr

A C H T U N G ! ! !

Zusatzvorstellung wegen großer Nachfrage:
Sonntag, 25. Juni 2017 um 20.00 Uhr
Rechtzeitig Karten sichern!!!

Nach der erfolgreichen Inszenierung von Stille im Dramolettenwald durch Peter Wagner im Mai 2014 am klagenfurter ensemble, dachte Antonio Fian zwei seiner Dramolett-Protagonisten weiter. Mit owe den boch ist dem in Kärnten aufgewachsenen Autor ein Psychogramm zweier „verlassener Kinder“ gelungen, das sowohl dumpf als auch zart ist und mit seiner verknappten Sprache die Sprachlosigkeit seiner Charaktere offenlegt.
Zugleich ist owe den boch ein Requiem auf ein Land und seine Leute, das von einer scheinbar typischen Kärntner Melancholie erzählt, die in Wahrheit nichts anderes als ein permanentes Lavieren am Rande ist, quasi ein „Kärntner-Borderline-Syndrom“.

© Günter Jagoutz

Gemmagemmagemma!!!

Der Handlungszeitraum erstreckt sich über zwölf Jahre, von 2004 bis 2016. Die beiden Protagonisten beginnen die Geschichte als Teenager, und beschließen diese als Übriggebliebene, Vergessene, als ernüchterte Stellvertreter einer untergewichtigen Mehrheit. Als Kärntner Rosenkranz und Güldenstern spielen sie gewissermaßen „Warten auf Godot“ am Wörthersee, werden zu plastischen und seelenvollen Charakteren in einer lyrischen Coming of Age-Geschichte, und reflektieren unbewusst und auf patschert-komische Art die manische Kärntner Großmannssucht und den darauf folgenden depressiven Katzenjammer.

© Günter Jagoutz

Antonio Fian erhebt sich dabei nie über seine Protagonisten, haucht ihnen durch seine genaue, schonungslose und gerade deshalb liebevolle Beobachtung eine geradezu beklemmende Lebendig- und Leibhaftigkeit ein. Stets scheinen sie Ahnung von der Ungerechtigkeit zu haben, in der sie leben, auch vom Grund ihres Übels, scheitern aber an einer Benennung, die notwendig wäre, um sich aus ihrer Misere und von den ewigen Verführern zu befreien. Bei allen Versprechungen und Verlockungen bleiben sie am Ende des Tages doch wieder nur – VALOSN!

Probenfoto

Einmal mehr nimmt das klagenfurter ensemble den sich selbst gegebenen Auftrag ernst und begibt sich mit owe den boch in die Niederungen einer dümmlichen, und darob umso gefährlicheren Kärntner Selbstgefälligkeit. Von den bewährten Regiehänden Rüdiger Hentzschels darf dabei präzises, aberwitziges und absurdes, zugleich aber tieftrauriges Theaterhandwerk erwartet werden, das sich zum „Fuße des Wörthersees“ begibt, um ein geklärtes Abbild der Kärntner Realität zu zeichnen.

Rüdiger Hentzschel

 

OWE DEN BOCH – Lied

 

Antonio Fian „Zornig bin ich auch“ – Interview

Fian interview „Zornig bin ich auch“ – Printversion

©Günter Jaroutz
© Günter Jagoutz

 

…und sehr erfreuliche Kritiken:
Der Standard, 13. Juni 2017 Michael Cerha

Kritik Kleine Zeitung W Petuschnig Owe den Boch 09. 06. 2017

Kritik Kronenzeitung I. Lino Owe den boch 09.06. 2017