Eisbilder

ein theatrales Familienalbum aus Finnland

von Kristian Smeds

Premiere: 25. Oktober 2016  20.00

weiters: 28., 29. Oktober, 10., 12., 16., 17., 19. November 2016 jeweils 20.00

Sä voit koittaa juosta – Mutta Jumala rankaisee kuitenkin
Du kannst versuchen, weg zu laufen, aber Gott wird dich auf jeden Fall bestrafen.

Wenn sich der Nachbar dort auch nur einen Deut bessert, dann werde ich vielleicht auch nicht mehr an frostigen Morgen in sein Autoschloss pinkeln. Der finnische Humor – immer in Moll – hat gewissermaßen eine Überlebensfunktion. In einer Art Karnevalszug der Lemminge treiben der Finne und die Finnin ihrer höchstpersönlichen Apokalypse entgegen, ihrem einzig wirklich wichtigen Ereignis im Leben, dem Tod. Kristian Smeds, der finnische Theatersenkrechtstarter, setzt sich mit eben diesem finnischen Humor, der, wie wir wissen, auf existenzialistische Sturheit und Methodik vertraut, sich hinter dem Bollwerk einer nahezu unerlernbaren Singsprache verschanzt und auf die archaische Urkraft mantrischen Einsatzes erlesener Schimpfwörter setzt, mit dem Ende aller Dinge auseinander. Für die Beantwortung der Frage, ob und wann das Leben anfängt, aufzuhören, ist ein Blick in das erschreckend zugerichtete Familienalbum der EISBILDER, der österreichischen Erstaufführung durch das klagenfurter ensemble, unbedingt empfehlenswert.

Fotoshow von Günter Jagoutz

Kritik – Irina Lino – Kronenzeitung:

Kritik Irina Lino

Kritik Irina Lino

Eisbilder_Plakatsujet

Es spielen: Nadine Zeintl, Gabriela Zaucher, Oliver Vollmann, Gerhard Lehner

Nordfinnland, eine Familie und zehn Bilder aus dem Familienalbum: eine alleinerziehende Mutter, deren Überforderung sich durch bitteren Hass äußert; Väter ohne Familie; eine Tochter, die sich von ihrer Mutter befreien möchte,…
Kleine Bilder, die durch die klare und prägnante Sprache von Kristian Smeds in aller Ruhe lebhaft werden. Ein spannungsgeladenes Oszillieren zwischen Humor und peinigender Wahrheit ergibt sich vor allem durch die monologhafte Darstellung der einzelnen Bilder, die schließlich in einer Liebe endet, welche ebenso absolut wie zersetzend zutage tritt.

Finnen sprechen nur, wenn sie was zu sagen haben.

 Eisbilder_Presse 3

Fragments

Ice

Begleitend zur Produktion sind in den Räumen des theaterHALLE 11 Fotografien von Laurent Mekul zu sehen.
Die Ausstellung mit dem Titel Fragments entstand in Schweden und zeigt natürlich gewachsenes Eis in unterschiedlichsten Formen.

Midissage: 10. November 2016, 19.00

Laurent Mekul
geb. 1979 in Klagenfurt (Österreich), Fotograf
Studium der Astrophysik, fotografsche Ausbildung u.a. Central St. Martin University of
Arts, London – Ausstellungen in London, Berlin, Österreich – 2015 mit „Heimkommen im
Kopf – Flashback nach Kärnten” im Kraigher-Haus in Feistritz/Rosental. Er ist verheiratet
und lebt derzeit nach Aufenthalten in Wien und London in Stockholm.