über uns

30 Jahre klagenfurter ensemble

Nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle: Das klagenfurter ensemble hat sich in Kärnten abseits des Theatermainstreams als Arche des kreativen Widerstands im zeit- und vorzeitgeistlichen Kulturfahrwasser fest gemacht.

Geschichten entstehen lassen

Formal hat der Weg des klagenfurter ensembles seit den späten Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts von der Pflege des internationalen zeitgenössischen Sprechtheater- und Kammeropernwerkes (Achternbusch, Genet, Bernhard, Beckett, Charms, Kafka, Pasolini, Wedekind, Jandl, Franzobel, Glass, Chailly, Hummel uva) mit rund 50 Ur- und 20 österreichischen Erstaufführungen über die vorrangige Hinwendung zu Texten Kärntner Theaterautoren ( Turrini, Widner, Handke, Gstettner, Staudinger, Timber-Trattnig, Liepold-Mosser, Wölfl, Winkler uva) zur Entwicklung einer spezifisch vitalen Theatersprache geführt, die basierend auf literarisch kontemporärem Textmaterial unter Einbeziehung artverwandter Ausdrucksformen (Tanz, Musik, Performance, Site Specific Theatre, Elektronische Medien, Film) die Möglichkeiten innovativer Kommunikationsstrukturen am Theater auslotet, womit auch der Wechsel vom altherkömmlich interpretatorischen „Geschichtenerzählen“ (Mitweinen, Mitlachen) zum „Geschichtenentstehenlassen“ (Anregung höchstindividueller emotionaler Rezeption durch gezielte ästethische Impulse) vollzogen wurde.

Nicht nachsingen, sondern vorsingen

Thematisch hat das klagenfurter ensemble durch die Verwendung kritischer literarischer Texte lebender Autoren längst mit dem weit verbreiteten Theaterunfug aufgräumt, Texte auf ihre Aktualität „abklopfen“ zu müssen, dem Zuschauer hundertfach Vorgekautes auf neuem Service vorzusetzen, dem „Publikumsgeschmack“ entsprechen zu wollen. All diese Ansätze münden einzig und allein darin, dem zunehmend hinterfragenswerteren Zeitgeist hinterherzulaufen, ihn bestenfalls abzubilden, in der Rolle des Trendsetters zu verkümmern. Also: Mut ist gefragt: nicht Themen aufgreifen, sondern Themen vorgeben, nicht Nachsingen, sondern Vorsingen! Inwieweit das Theater dem Zynismus unserer heutigen Gesellschaft beikommen kann, wurde immer wieder diskutiert und wird noch viele Generationen beschäftigen. Den unablässigen Versuch ist es allemal wert.

Gerhard Lehner

86 theaterproduktionen
davon

  • 55 uraufführungen
  • 20 österreichische erstaufführungen

ua der autoren: herbert achternbusch, tankred dorst, samuel beckett, frank wedekind, franz xaver kroetz, ernst jandl, peter turrini, eugene ionesco, pier paolo pasolini, egyd gstettner, franz kafka, georg timber-trattnig, andreas staudinger, daniil charms, franzobel, alexander widner, josef winkler, thomas bernhard, ute liepold, bernd liepold-mosser, max ernst

ua der komponisten alfred stingl, luciano chailly, anton prestele, alexander dargomyzky, herbert lauermann, gunter waldek, franz hummel, erling wold, philip glass

ua der musiker: anelie gahl, richard klammer, clara luzia.

  • acht mal kinder- und jugendtheaterfestival „allerhand und fuß“
  • fünf mal theater tanz avantgarde festival „ZWANZIG“
  • kinder- und jugendtheaterfestival „mailüfterl“
  • errichtung des ke-theaters im schütte-lihotzky-haus
  • stückaufträge, kompositionsaufträge, workshops
  • rund 400 gastspiele im in- und ausland von dublin über rom bis kairo
  • zahlreiche Aufführungsprämierungen des Bundesministerium für Kunst
  • beste Uraufführung des Jahres 1993/1994 im Jahrbuch der „OPERNWELT
  • 2000 bis 2002 Rekultivierung der Lieglgarage
  • im jubiläumsjahr 2004: übersiedlung auf das sirius-gelände, eröffnung im mai mit „feuerpferd“ von georg timber trattnig, „drachenwerkstatt“ von andreas staudinger,  „hunger 2015“, 3 weitere folgen, diverse autoren, „the great escape“, film „superheroes“, wanderausstellung „bürger von calais“,
  • 2005: „tamerlan“ von michael deutsch, „stadtlabor“ von andreas staudinger, sommerwerkstatt 2005
  • 2006: b-sides jugendkultur, live-jam-sessions, grafitti ausstellungen von kärntner jungkünstlern und jungkünstlerinnen, brakedance,…
  • 2007 ARTECIELO
  • 2010 THEATER HALLE 11