Fremdveranstaltung

Tatort Loibltunnel – Vorpremiere

Baustelle des Teufels – KZ Außenstelle Mauthausen

 

Zur verdrängten Vergangenheit Kärntner Zeitgeschichte


27. April 2017  Einlass: 17 Uhr; Beginn 17.30 Uhr

Ein Film von Ferdinand Macek
Regie, Redaktion und Recherchen Ferdinand Macek
SprecherIn: Peter Matič und Miramis Mattitsch
Dauer: 50 Minuten

Die Präsentation findet unter dem Ehrenschutz und in Anwesenheit des Landeshauptmannes von Kärnten, Dr. Peter Kaiser, statt.

Der ORF strahlt den Film erstmalig auf ORF III am 6. Mai 2017 aus.

Das KZ Arbeitslager am Loibl Süd auf Slowenischer und KZ Loibl Nord auf Kärntner Seite war eines von vielen Nebenlagern des KZ-Mauthausen. Die Häftlinge, zum größten Teil Franzosen, Polen, Italiener, Slowenen aber auch andere, mussten rund um die Uhr am Bau der Loiblpaßstrasse und des Loibltunnels als Verbindungs- und Nachschubweg in das damals von der deutschen Wehrmacht besetzte Slowenien mitwirken. Anfänglich waren etwa 800, später etwa 1800 Häftlinge auf beiden Seiten des Loibl KZ interniert.

Das KZ Nebenlager in den schroffen Karawanken auch „Hölle in den Bergen“ genannt, gilt als eines der härtesten Nebenlager von Mauthausen. Der Film erzählt den Hintergrund und Ausgangspunkt dieser grausamen Geschichte, spannt den Bogen vom Bau des Loibltunnels (1943-1945) und vom Ursprung der Besetzung Jugoslawiens bis zum Vormarsch der Deutschen Wehrmacht am Balkan und zur Sicherung der Südfront. Ehemalige Häftlingen und Zeitzeugen erinnern sich, erzählen vom Alltag, von den Fluchtversuchen, vom dem Wirken des SS Standort- Lagerarztes Sigbert Ramsauer und von der Grausamkeit der SS.

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Der Loibltunnel wurde im Mai 1945 zum strategisch wichtigen Nadelöhr für den Rückzug der deutschen Wehrmachtsverbände und für die Flüchtlinge der mit den deutschen Besatzern kollaborierenden faschistischen Einheiten und für deren Anhängerschaft.

Der Film des Regisseurs und Filmemachers Ferdinand Macek besticht mit seinem zum Teil unbekannten historischen Filmmaterial, der Filmkomposition und der eingesetzten Musikuntermalung sowie der Sprecherstimme von Peter Matic (der Syncronstimme von Ben Kingsly). Die Dokumentation erzählt sachlich in eindringlichen historischen Bildern einen dunklen Teil der Zeitgeschichte Österreichs, und Kärntens.
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Kudlich – eine anachronistische Puppenschlacht

Erster Preis der Theaterallianz

von Thomas Köck

 

11., 12., 14. März 2017  20.00

Regie: Marco Štorman
Bühne & Kostüme: Jil Bertermann
Musik: Gordian Gleiss
Dramaturgie: Tobias Schuster

mit: Nicolaas van Diepen, Peter Elter, Max Gindorff, Katharina Haudum, Lisa-Maria Sexl

Die Uraufführung wurde vom Schauspielhaus Wien produziert und gastiert bei der Tour durch Österreich als erstes beim klagenfurter ensemble im theaterHALLE 11

Kudlich Kleine Zeitung 14.03. 2017

Wien im März 1848 – die drei Jahrzehnte seit dem Wiener Kongress haben eine bleierne Restaurationszeit gebracht, der Feudalismus besteht weiter, die Hoffnungen auf Demokratie und Freiheit haben sich nicht erfüllt. Doch unter der Oberfläche der Ständegesellschaft gärt es und Umbrüche beginnen sich anzudeuten. Einer der Protagonisten der Rebellion: Hans Kudlich. Obwohl bei einer Demonstration durch ein Attentat lebensgefährlich verwundet, lässt sich der Sohn einer Bauernfamilie von seinem Kampf für die Freiheit nicht abbringen. Er zieht mit 25 Jahren als jüngstes Mitglied in den österreichischen Reichstag ein. Im Juni 1848 legt er dort den Gesetzentwurf zur Aufhebung der Leibeigenschaft vor und geht dadurch als Bauernbefreier in die Geschichte ein. Kaum ist die Freiheit von den Feudalherren erkämpft, stellt sich allerdings die Frage nach der Zukunft: Die Bauern brauchen nun Kredite für eigene Höfe und so führt ihre Befreiung in die Abhängigkeit von der neugegründeten Raiffeisenbank. Ihre Freiheit, ein vergiftetes Geschenk? Aus Leibeigenen werden plötzlich Agrar-Ökonomen – das Unternehmertum mit allen verbundenen Chancen und Risiken ersetzt die sichere Unfreiheit des Feudalismus.

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