man kann nicht alles wissen

Antonio Fian & Kollegium Kalksburg
Donnerstag 01. Juni 2017 | 19.30 Uhr

Antonio Fians Texte von der durch ihn erst definierten Gattung „Dramolett“ leben im ständigen Spannungsverhältnis zwischen Literatur und Wirklichkeit. Seine Prosa bemächtigt sich in realistischer Manier der ganz konkreten Ereignisse, um sie unversehens zu Versatzstücken seiner literarisch-satirischen Absichten zu machen. Fian spielt mit der ganz alltäglichen Sensationsgier seiner potentiellen Leserschaft, wirft ihnen Brocken um Brocken vermeintlicher Tatsachen als Köder hin, um sie schließlich in seinen raffiniert ausgelegten Textschlingen zu fangen und ganz der Fiktion auszusetzen.

Die drei im besten Sinne des Wortes dilettierenden Kollegium Kalksburg-Kapellmeister sind Fanatiker des Ausdrucks, große Entdecker im Reiche des Erhabenen, auch des Hässlichen und Grässlichen, noch größere Entdecker im Effekte, in der Kunst der Schauläden.

Antonio Fian & Kollegium Kalksburg

Aus flaschengrünen Pathos-Splittern, präalkoholischer Aggression, postalkoholischer Weinerlichkeit und exzessivem Selbstmitleid erwuchsen monströse Wiener Gestalten, wie man sie seit den seligen Tagen eines Helmut Qualtinger nicht mehr vorgeführt bekam.
(Samir H. Köck zu Kollegium Kalksburg)

Fian ist oft extrem beleidigend, ungerecht und gemein! – manchmal sogar schadenfroh und boshaft, fast schon bösartig …
(Kollegium Kalksburg zu Antonio Fian)

Antonio Fian, geboren 1956 in Klagenfurt, lebt seit 1976 in Wien. Er ist Autor von Romanen, Erzählungen, Essays und Dramoletten, mit denen er in unregelmäßigen Abständen in der Tageszeitung Der Standard das österreichische Kultur- und Geistesleben kommentiert. Für sein Werk wurde ihm 1990 der österreichische Staatspreis für Kulturpublizistik, außerdem u. a. der Johann-Beer-Literaturpreis (2009) und der Humbert-Fink-Literaturpreis (2014) verliehen. Mit seinem Roman Das Polykrates-Syndrom  war er auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis.

Kollegium Kalksburg: Heinz Ditsch (Akkordeon, Singende Säge, Gesang), Paul Skrepek (Kontragitarre, Gesang), Wolfgang Vincenz Wizlsperger (Liedgesang, Kamm, Euphonium)

 

Eine Kooperation des Musilinstituts Klagenfurt mit dem klagenfurter ensemble, in Vorfreude auf die Premiere von owe den boch am 7. Juni 2017