Acousmatic dancefloor

Cornelia Scheuer: Choreografie/Tanz
Dieter Kaufmann: Musik
Ulrich Kaufmann: Video
Karl-Heinz Ströhle: Bühnenobjekte
Stückentwicklung: Cornelia Scheuer, Ulrich Kaufmann

5., 6. Juli 2017  20.00

In den Kompositionen „Herbstpathetique/La Mer/Adagio Herbst 2001″ von Dieter Kaufmann setzt sich Cornelia Scheuer der Wucht der Klänge aus, reibt sich an ihnen, lässt sich von ihnen treiben, geht in ihnen unter, kooperiert und revoltiert.

Eine enge Beziehung mit Höhen und Tiefen.

Foto: Milan Piko
Foto: Milan Piko

„…die Uraufführung war ein leuchtendes Gesamtkunstwerk eines besonderen Künstlerkollektivs. Scharfer Sound, zarter Tanz. Die charismatische Tänzerin Cornelia Scheuer aus Wien zeigte mit starken Armen an ihrem zarten, geschmeidigen Körper, dass gelähmte Beine kein Hindernis sind für beeindruckende Bewegungsbilder – vielleicht
ihre bisher stärkste Performance überhaupt. Nach dem Konzept von Filmemacher Ulrich Kaufmann zog sie auf dem weißen Tanzboden ihre Kreise, lotete Grenzen aus. So dehnte sie sich etwa rhythmisch in einem verformbaren Metallring des bildenden Künstlers Karl-Heinz Ströhle aus Vorarlberg – eine Aktion, die Ulrich Kaufmann als live bearbeitetes Schwarzweiß-Video an die Bühnenhinterwand spiegelte: eine geniale, hochästhetische Verfremdung des Geschehens am Boden…“
Andrea Hein, 12. Dezember 2015, tanz.at

Trailer

Cornelia Scheuer bewegt ihre Beine mit ihren Armen, mit ihrem ganzen Körper, mit Kreisen aus Metall. Grenzen fallen, Kettenreaktionen lösen an Ecken und Enden Bewegungen aus, lassen Stühle umfallen und versetzen die Metallskulptur von Karlheinz Ströhle in Schwingung. Schwingung, die anhält: Innen und Außen.

Die Performerin bricht aus Begrenzungen aus, grenzt sich ein und grenzt sich aus, um den Fokus auf das zu lenken, was ihr wichtig ist. Der einzelne Teil und das Gesamte! Die Zehe und – das Universum?

Die Performerin versucht das Gleichgewicht zu halten, scheitert oder auch nicht. Oder ist auch das Absicht? Ein Spiel, das das Leben spiegelt, das Ringen um das innere und äußere Gleichgewicht? Wer bin ich? Wo steckt das ich? Bin ich Kopf? Bin ich Fuß? Oder besitze ich diese nur? Sie bewegt sich, indem sie sich fort bewegt, indem sie sich auf sich zu bewegt. Kann man sich von sich selbst wegbewegen? Kann man etwas bewegen?

Foto: Milan Piko
Foto: Milan Piko

Die Performance findet am Boden statt und wird medial frontal an die Wand gespiegelt. Der Performerin eröffnet sich eine Fläche, eine Bühne, auf der die Schwerkraft in Frage gestellt wird, der ihr Körper zugleich extrem ausgesetzt ist. Das Video zeigt naturgemäß immer nur einen Ausschnitt, zweidimensional, schneidet Details aus, um sie groß zu machen, um uns vor-zu-spiegeln, dass das alles sei! Die Dreidimensionalität entsteht durch die Präsenz der Performerin im Raum sodass sich das Publikum ständig entscheiden muss, wohin es die Aufmerksamkeit lenkt.